Kampf der Giganten

In den nächsten Monaten werden wir im Internet einen Kampf der Giganten erleben. Google vs. Wikipädia.
Schon vor über einem Jahr hatte Wikipedia-Gründer Jimmy Wales eine Suchmaschine auf der Basis des wiki-Prinzipies als Konkurrenten zu Google angekündigt. Seit einigen Wochen ist es nun amtlich es wird eine Suchmaschine von Wikipedia geben, in der die User viel stärker die Suchergebnissen beeinflussen können.

In einem Interview mit der Zeit äußerte sich Wales zu den Plänen:

Im Moment sind aber alle Suchmaschinen geschlossene Systeme, die jeweils einer Firma gehören. Und diese Firmen entscheiden, wie sie Webseiten bewerten. Sie entscheiden, wie wir die Welt sehen sollen. Und wir haben keine Ahnung, wie sie das machen. Ich will eine Suchmaschine entwickeln, deren Algorithmus jedem zugänglich ist. Und ich will jede Entscheidung von der Gemeinschaft treffen lassen.

Quelle

Google kann erstmal darauf gelassen reagieren. Hat Google doch die uneingeschränkte Suchmaschinen-Weltmacht an sich reißen können. Nur ein “großer Fleck” im Osten ist noch nicht Googleland. Dieses Land ist Russland, wo die Suchmaschine Yandex 60 Prozent des Marktes an sich gerissen hat und Google sich irgendwo bei 20 Prozent verirrt hat (eine sehr ungewöhnlicher Wert für Google). Ich hoffe, dass Yandex es die nächsten Jahre durchhält. In den letzten Jahren hat es immerhin gutgeklappt. Vielleicht könnte ja sogar Wikipedia sich ein paar Tips, wie man Google die Stirn bietet ;), von den Russen holen.

Na ja, die ganze Sache mit den Angriff von Wikipedia wäre nur halb so spannend, wenn Google nicht vor einigen Wochen angekündigt hätte eine eigene Online Enzyklopädie aufzubauen, die nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert wie Wikipedia. Der Dienst soll Knoll heißen und Menschen mit Aussicht auf Werbeeinahmen dazu ermutigen Artikel zu schreiben und an dem Projekt mitzuarbeiten. Hinzukommt, dass die Autoren vielmehr Ruhm haben sollen, als bei Wiki. Andere User können die Artikel kommentieren und ergänzen, der erste Autor hat jedoch die “Rechte” für den Artikel. Insgesamt scheint es ein spannendes Projekt zu werden und ich bin gespannt wie es sich entwickeln wird. Es kann ein ganz schön heißes Jahr für Google und Wikipedia werden, wenn aus bisher friedlichen und erfolgreichen Koexistenten nun Konkurrenten werden.

Ich fest der Meinung, dass in den kommenden Jahren, die Internetdienste immer erfolgreicher werden, die inhaltliche Qualität garantieren können und wo die Nutzer nicht von Werbung erschlagen werden, sondern individuell angesprochen werden und das auch bekommen wonach sie suchen. Wie genau dieses semantische Web aussehen mag weiß ich selbst nicht. Bin dazu noch zu blöd… Doch bin ich der Meinung, dass diejenigen Internetangebote, die jetzt schon auf Qualität achten und wie auch immer ihre Inhalte überwachen, zu den Gewinnern gehören werden bzw. weiter an der Gewinner Seite bleiben werden.

In diesem Zusammenhang freut mich, dass Speigel.de und Wissen.de eine gemeinsame Rechercheplattform planen. Auf der Plattform sollen lexikalische und journalistische Quellen frei zugänglich sein. So wird zum Beispiel das ganz Spiegel Archiv seit 1947 verfügbar sein. Das find ich als Historiker total genial und freue mich jetzt schon da rumzustöbern. Ehrlich gesagt reizt es mich auch an so einem Projekt mitzuarbeiten… Wenn ich hier in der Gegend bis April nichts finde, ist dieses Projekt einer Bewerbung von mir wert.

Wie der Kampf der Giganten ausgehen wird, kann ich nicht voraussagen. Aber auf jeden Fall werden die Nutzer zu den Gewinnern gehören. Und die “guten” Dienste an dankbaren Nutzern gutes Geld verdienen.

Quellen für den Artikel findet ihr hier:

Speigel
Google Blog
Best Practice Buisness

2 Responses to “Kampf der Giganten”

  1. [...] ähnlicher Artikel Kampf der Giganten [...]

  2. Wikia Search – Web 2.0 meets Suchmaschine

    Eigentlich wollte ich ja nichts zur neuen Suchmaschine vom “Papa Wikipedia” Jimmy Wales schreiben. Immerhin liest man genug zu dem neuen Dienst (der noch gar nicht gestartet ist) – sei es auf heise, Spiegel online aber auch in vielen, viele…

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